Kündigung durch Vodafone

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Kündigung durch Vodafone

Ungelesener Beitrag von push » 05.08.2018, 13:27

Hallo zusammen,

ich bin seit noch nicht einmal einem Jahr Kunde bei Vodafone. Mein Internetvertrag beinhaltet VDSL 25 Mbit/s.

Am letzten Dienstag flatterte per E-Mail die Kündigung des Internetvertrages zum 31.10.2018 bei mir ein. Begründet wurde die Kündigung wie folgt:

(...) wir können Ihnen leider kein VDSL-Paket mit einer Geschwindigkeit ab 25 Mbit/s mehr anbieten. Das tut uns sehr leid.

In Ihrem Anschlussbereich wurde VDSL mit Vectoring einem anderen Netzbetreiber (EWE TEL GmbH) zugeteilt. Deshalb bekommen Sie bei uns nur noch einen DSL-Anschluss mit bis zu 16 Mbit/s.


Ich habe mich ein wenig informiert und festgestellt, dass wohl auch die Telekom in der letzten Zeit mit der gleichen Begründung Internetverträge kündigt. Ich habe nunmehr der Kündigung widersprochen und ausdrücklich erklärt, dass ich eine solche nicht akzeptiere. Mindestvertragslaufzeit sind immerhin zwei Jahre.

Jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Verstehe ich es richtig, dass Vodafone die gebuchte Leistung noch erbringen könnte, dafür aber schlicht die Leitung von der EWE TEL mieten müsste?

Sollte dies der Fall sein, dürfte sich nach meiner Ansicht daraus für Vodafone kein Kündigungsgrund ergeben (weder ordentlich noch außerordentlich). Das wäre nur der Fall, wenn die Leistung objektiv nicht mehr erbracht werden könnte. Weiß jemand evtl. etwas von Sonderkündigungsrechten für die Provider in derartigen Fällen?

Habe Vodafone eine Frist gesetzt um den Fortlauf des Vertrages zu bestätigen. Sollte diese Frist nicht eingehalten werden, habe ich bereits angedroht Feststellungsklage auf Fortbestehen des Vertrages zu erheben. Wäre nur blöd, wenn ich einen wichtigen (technischen) Aspekt übersehe, woraus sich für Vodafone ein Kündigungsrecht ergibt.

Grüße, Felix
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Re: Kündigung durch Vodafone

Ungelesener Beitrag von KoreaEnte » 05.08.2018, 15:11

Wofür der ganze Stress, sind die Konditionen von EWE Tel GmbH so viel schlechter?

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Re: Kündigung durch Vodafone

Ungelesener Beitrag von push » 05.08.2018, 15:48

Immerhin 5€ pro Monat. Sehe so ein Verhalten von VF ehrlich gesagt gar nicht ein...
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Re: Kündigung durch Vodafone

Ungelesener Beitrag von PatkIllA » 05.08.2018, 16:31

Mehr als die Mindestvertragslaufzeit würdest du ja eh nich bekommen.
AFAIK ist nur die Telekom verpflichtet einen Bitstromzugang zu bieten. Das normale Anmieten der letzten Meile geht mit Vectoring technisch nicht mehr

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Re: Kündigung durch Vodafone

Ungelesener Beitrag von push » 06.08.2018, 06:23

PatkIllA hat geschrieben:
05.08.2018, 16:31
Mehr als die Mindestvertragslaufzeit würdest du ja eh nich bekommen.
AFAIK ist nur die Telekom verpflichtet einen Bitstromzugang zu bieten. Das normale Anmieten der letzten Meile geht mit Vectoring technisch nicht mehr
Das ist natürlich klar. Da der Vertrag aber noch ca. 12 Monate weiterlaufen würde ist das für mich als Referendar nicht unbedingt ein unerheblicher Betrag.

Es ist also bei Vectoring nicht mehr möglich, dass sich ein Provider von dem anderen die Leitung mietet um den bestehenden Vertrag erfüllen zu können? Ist das eine technische Unmöglichkeit oder liegt das vielleicht einfach nur daran, dass keine Verträge zwischen den Providern dafür abgeschlossen werden?
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Re: Kündigung durch Vodafone

Ungelesener Beitrag von PatkIllA » 06.08.2018, 09:01

Die Leitung physikalisch mieten geht technisch nicht mehr, da in dem ganzen Leitungsbündel extra Signale einberechnet werden um Interferenzen durch die hohen Frequenzen entgegen zu wirken.
Es gibt noch den Bitstromzugang. Da werden die Daten zum Verteiler gebracht und der Leitungsbesitzer (bei dir dann EWE-Tel) übernimmt die physikalische Übertragung zu dir. Das muss aber AFAIK nur die Telekom als Quasi Monopolist anbieten.
Wir haben Vodafone VDSL und das müsste so ein Zugang sein.

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Re: Kündigung durch Vodafone

Ungelesener Beitrag von push » 20.08.2018, 16:10

Ich verstehe übrigens die Ausführungen der Bundesnetzagentur, die mir auf mein Anliegen geantwortet hat, anders:

" (...) Vectoring setzt zwar voraus, dass immer nur ein Unternehmen die Teilnehmeranschlussleitungen an einem KVz beschalten darf. Damit dieses Unternehmen aber keinen alleinigen Zugriff auf die Kunden hat, die von diesem KVz versorgt werden, hat die Bundesnetzagentur den Einsatz von Vectoring an die Bedingung geknüpft, dass anderen Unternehmen diskriminierungsfreier Zugang gewährt wird. (...) "

" (...) Aufgrund der Regulierungsverfügung kann der ausbauende Anbieter künftig in Nahbereichen Vectoring einsetzen und den Zugriff anderer Unternehmen - auch der Telekom - auf die „letzte Meile“ verhindern. In diesen Fällen gilt aber auch, dass Wettbewerber ihren jeweiligen Konkurrenten, mithin insbesondere auch der Telekom, Ersatzprodukte anbieten müssen, damit sie ihren Endkunden dort ebenfalls (weiterhin) hochleistungsfähige (V)DSL-Produkte mit hohen Übertragungsraten anbieten können.
hr Anbieter ist daher weder aus regulatorischen noch aus technischen Gründen dazu gezwungen, eine Kündigung bestehender VDSL-Verträge auszusprechen. Er könnte auch im Falle der Nahbereichserschließung durch einen Wettbewerber entsprechende Vorleistungsprodukte einkaufen und in Anspruch nehmen. Das Befinden über Letzteres liegt indes allein in seinem unternehmerischen Entscheidungsspielraum .
Das TKG enthält keine Rechtsnormen, die sich auf die Kündigung von Verträgen bzw. auf den Schutz teilnehmerseitiger Investitionen beziehen. Sie haben einen Vertrag mit einer Vertragslaufzeit und einer festgelegten Kündigungsfrist abgeschlossen. (...) "

Somit ist Vodafone nicht gehindert, die Leistung bei EWE TEL einzukaufen und meinen Vertrag zu erfüllen. Ich erkenne nicht, wo für Vodafone ein Sonderkündigungsrecht entstehen soll. Lediglich die erhöhten Kosten für Vodafone dürften dazu nicht führen.
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